Mit der Eisenbahn durch das Sauerland
Strecke Dortmund - Schwerte - Iserlohn
In Dortmund Hörde zweigt die 30 Kilometer lange, nicht elektrifizierte Ardeybahn (KBS433) von der Hauptstrecke Dortmund - Soest ab. Zunächst geht es zweigleisig bis Schwerte. Diesen Streckenabschnitt nutzen auch die Züge der RE57 Dortmund – Winterberg. Ab Schwerte führt die Strecke dann eingleisig bis Iserlohn.
Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 waren auch hier die Triebwagen vom Typ PESA LINK geplant. Es sollten aber noch einige Monate vergehen, bis die „Polen“ auch hier fuhren!
Aus Dortmund Hbf kommend fährt der 624 616 am 15.9.2003 als RB12549 nach Iserlohn in Dortmund Hörde ein.
Im Jahr 2004 kamen die zweiteiligen LINT der Baureihe 648 für den Einsatz auf den Strecken des Sauerlandes zum Betriebshof Dortmund. Bereits nach 12 Jahren trat die Baureihe 632/633 die Ablösung an. 648 115 als RB29361 (Dortmund – Schwerte) im Bahnhof Dortmund Hörde, 2.9.2008.
Bis Dezember 2004 zählte die KBS 433 zum Einsatzgebiet der Osnabrücker 624. Am 15.9.2003 fährt der 624 637 als RB12545 aus Dortmund in Schwerte ein.
Nicht nur die Triebwagen der Baureihe 624 sind in Schwerte Geschichte: Seit Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks im September 2007 haben hier auch die Formsignale ausgedient. Als RB12555 nach Iserlohn verlässt der 624 616 den Bahnhof Schwerte. 15.9.2003
Nahe Ergste überquert der 624 615 die Vorflutbrücke der dortigen Ruhrbrücke. 15.9.2003. Während die Ruhrbrücke recht unfotogen ist, bietet sich dieser Teil der Ruhrquerung als Fotomotiv an.
Bei Hennen fährt der 624 628 als RB 39385 (Dortmund - Iserlohn) dem Sonnenuntergang entgegen. 22.10.2004
Strecke Unna - Menden - Neuenrade/Letmathe
Unter der Bezeichnung „Hönnetal-Bahn“ führt die landschaftlich besonders reizvolle Kursbuchstrecke 437 von Unna nach Neuenrade. Die Strecke kann man in drei Streckenabschnitten unterteilen: Unna – Neuenrade, der zweigleisige Abschnitt Neuenrade – Menden (als Teil der ehemaligen Verbindung Neuenrade – Iserlohn) und der eigentlichen Hönnetalbahn Menden – Neuenrade.
Viele Jahre waren hier Schienenbusse der Baureihe 798/998 im Einsatz, die 1984 von Hagener 212 abgelöst wurden. Bereits 10 Jahre später traten die Baureihen 624 und 628 die Ablösung der V100 an. Seit dem Jahr 2000 bewältigen nun die ein- und zweiteiligen LINT der Baureihe 640/648 den Verkehr auf der 39 Kilometer langen Strecke.
Der Streckenast von Menden nach Iserlohn wurde, aufgrund einer baufälligen Straßenbrücke bei Westig, am 28.5.1989 stillgelegt und größtenteils abgebaut. Bemühungen den Abschnitt Menden – Hemer zu reaktivieren blieben bislang erfolglos!
Im Sommer 2022 wurden zwischen Unna und Fröndenberg Dachsbauten am Bahndamm festgestellt. Nähere Untersuchungen ließen das Ausmaß des Schadens feststellen: Auf einer Länge von elf Kilometern haben die Dachse den Bahndamm unterhöhlt. Insgesamt wurden 140 Eingänge zu den Bauten entdeckt. Die weit verzweigten Tunnel der Dachse sind insgesamt fast 1,5 Kilometer lang. Die Sanierung der Strecke, die Abschnittsweise einem Neubau gleich kommt, wird sich noch lange hinziehen, sodass es wohl noch über Jahre einen Schienenersatzverkehr geben wird!
Als Teil der ehemaligen Strecke Kamen – Unna-Königsborn – Fröndenberg wird der Abschnitt Unna – Fröndenberg heute unter der Bezeichnung „Hönnetalbahn“ betrieben. Am 6.6.2008 steht die RegionalBahn 29453 in Unna bereit zur Fahrt nach Neuenrade.
Am letzten Einsatztag der Hagener 798, dem 2.6.1984, habe ich den 798 755 als N6126 (Letmathe - Unna) am 1987 aufgelassenen Haltepunkt Kessebüren fotografiert.
Über Jahre hin gehörte der VT98 auf der KBS 437 zum gewohnten Bild. Im Bahnhof Fröndenberg steht der N6120 aus Neuenrade abfahrbereit nach Unna. Im Hintergrund sind die Anlagen des ehemaligen Bw Fröndenberg zu sehen. 2.6.1984
Im verschneiten Bahnhof Fröndenberg begegnen sich am 22.1.2013 der 640 020 und 648 102, die auf dem Wag nach Unna bzw. Neuenrade sind.
Am Morgen des 13.5.1989 poltert die Hagener 212 290 den N6459 (Unna – Menden) über die Ruhrbrücke bei Fröndenberg.
Anfang 2000 kamen die neuen Triebwagen der Baureihe 640 vom Bh Dortmund auf der Hönnetalbahn zum Einsatz. Am 15.1.2001 fährt der erst wenige Tage alte 640 024 als RB 12498 nach Unna, aufgenommen nahe Bösperde.
Eines der bekanntesten Fotomotive der KBS437 ist der auf dem zweigleisigen Streckenabschnitt Fröndenberg - Menden befindliche Haltepunkt Bösperde. Hier legt der 624 635 als RB 39455 (Fröndenberg - Neuenrade) einen kurzen Halt ein. 22.10.2004
In Menden verzweigen sich die Strecken nach Neuenrade und Iserlohn. Während es auf der erstgenannten Strecke noch planmäßigen Güter- und Reisezugverkehr gibt, wurde der Reisezugverkehr auf dem Streckenast nach Iserlohn zum 27.5.1989 eingestellt. Gleichzeitig wurde an diesem Tag der Abschnitt Iserlohn – Hemer stillgelegt. Lange Zeit gab es Bemühungen den Streckenabschnitt Menden – Hemer zu reaktivieren. Letztendlich blieben diese vergebens – 2012 wurde auch dieser Abschnitt stillgelegt und die Gleise 2014 abgebaut.
Am 2.6.1984 wartet in Menden eine zweiteilige Schienenbusgarnitur auf die Fahrgäste nach Iserlohn.
Aus Neuenrade kommend fährt der 648 108 als RB29124 in Menden ein, 22.1.2013. Über das rechts abzweigende Gleis gelangte man einst über Hemer bis Iserlohn.
Der Bahnhof Horlecke wird nur im Güterverkehr bedient. Während die Regionalbahnen diesen Bahnhof ohne Halt passieren, starten hier Kalkganzzüge nach Oberhausen und Bremen. Am 22.10.2004 pausiert hier die 294 290 vor dem niedlichen Bahnhofsgebäude.
Tunnelblick: Auf der Fahrt nach Neuenrade wird der 628 514 sogleich den 117 Meter langen Uhu-Tunnel durchfahren, 24.7.2012.
Das wohl bekannteste Motiv der Hönnetalbahn befindet sich kurz hinter Binolen. Aufgrund von Fahrzeugmangel mussten Mitte 2012 mal wieder Triebwagen der Baureihe 628 auf der Hönnetalbahn aushelfen und so konnte ich hier am 24.7.2012 den 628 665 als RB29129 nach Neuenrade ablichten.
Anlässlich einer Sonderfahrt der Eisenbahnfreunde Hönnetal kam am 16.5.1993 mal wieder eine Schienenbusgarnitur auf der Hönnetalbahn zum Einsatz. Nahe Binolen passiert der Sonderzug eine fotogene Feldwegbrücke.
Am Schulzentrum Balve hat die RB29157 aus Unna nur noch knapp sieben Kilometer bis zum Ziel Neuenrade, 24.7.2012.
Auf dem Gelände der Firma „Chemische Fabrik Wocklum, Gebr. Hertin GmbH & Co. KG“ in Balve an der KBS436 steht eine kleine Deutzlok als Denkmal. Die Lok wurde 1954 bei der Firma Deutz unter der Fabriknummer 55831 gebaut und an die Glas- und Spiegelmanufaktur AG in Gelsenkirchen-Schalke geliefert. 1961 gelangte die Lok nach Balve und wurde nach der Außerbetriebnahme am Werksgelände als Denkmal aufgestellt, 24.7.2012.
Am 2.6.1984 endeten auch die Einsätze der Schienenbusse (798/998) beim Bw Hagen. Mit „Grünzeug“ geschmückt befuhr an diesem Tag der aus dem 798 774 und 998 901 gebildete N6468 als letzter planmäßiger Schienenbus das Hönnetal, fotografiert in Garbeck.
Am 3.11.2015 zeigte sich der Herbst von seiner schönen Seite! Kurz vor Garbeck rollt der 640 014 und 640 029 als RB14546 gemächlich gen Unna.
Nahe Garbeck fährt die aus dem 640 029 und 640 014 gebildete RB14545 nach Neuenrade, 3.11.2015.
Noch einmal das 640-Doppel vom vorherigen Bild: Unterwegs als RB14534 (Neuerade – Unna) zwischen Küntrop und Garbeck.
Nicht mehr im DB-Bestand sind die Triebwagen der Baureihe 624/634. Unterwegs als RB12478 (Fröndenberg – Neuenrade) hat der Osnabrücker 624 674 samt Anhang vor wenigen Augenblicken den Haltepunkt Garbeck verlassen, 15.1.2001. Beim hinteren Triebwagen handelt es sich übrigens um einen VT23-Prototypen, hier der VT23 503, ab 1967 624 507 aus dem Jahr 1961, erkennbar an der Anordnung der Einstiegstüren!
Auf der Rückfahrt von Neuenrade nach Menden habe ich die 624-Einheit von eben als RB12490 kurz vor Küntrop fotografiert. Nun ist der VT23, der 624 507 führendes Fahrzeug.
An gleicher Stelle fährt fast 14 Jahre später der 648 606 als RB14537 in die Gegenrichtung. 3.11.2015.
Vom einstigen Endbahnhof Neuenrade ist heute nur noch ein Haltepunkt übrig geblieben. Hier steht der 640 020 am 22.1.2013 bereit zur Fahrt als RB29146 nach Unna.
Drehen wir die Uhr einmal 12 Jahre zurück: der LINT27 (Baureihe 640) war gerade an den Bh Dortmund ausgeliefert worden und drehte seine ersten Runden auf der KBS437. Die Software war noch nicht an das Einsatzgebiet angepasst worden und so wurde als Zugziel lediglich „LHB VT640“ angezeigt, als der 640 007 am Morgen des 15.1.2001 den „Endbahnhof“ Neuenrade erreicht!
Zurück an die Strecke Menden – Iserlohn: Aus technischen Gründen (eine marode Straßenbrücke über die Bahnstrecke!) wurde am 27.5.1989 der Reisezugverkehr auf dieser Strecke eingestellt. Aus Iserlohn kommend fährt der N6126 nach Fröndenberg in Hemer ein. Zug-, oder besser gesagt „Schublok“ war an diesem 13.5.1989 die Hagener 212 308. Bereits ein Jahr nach der Einstellung wurden die Gleise auf dem Abschnitt Hemer - Iserlohn Ost abgebaut.
Die nur 1,8 Kilometer lange, 1891 eröffnete Stichbahn von Hemer nach Sundwig diente lediglich dem Güterverkehr. Planmäßigen Reisezugverkehr gab es auf dieser Strecke nie. So zog der 795 122, der am 13.5.1989 diese Strecke als Sonderzug befuhr, die Blicke der Bevölkerung auf sich! Die Strecke wurde im Jahr 1993 stillgelegt und anschließend abgebaut.
Mit dem Steuerwagen voraus fährt der N 6116 (Letmathe - Fröndenberg) in Westig ein. 13.5.1989. Während die Gleise längst abgebaut sind, ist das Bahnhofsgebäude erhalten und wird privat genutzt.
Nahe dem Haltepunkt Buchenwäldchen fährt die 212 314 am 15.5.1989 mit dem N 6120 nach Fröndenberg. Zwei Wochen später, am 28.5.1989 wurde der Reisezugverkehr hier aus „technischen Gründen“ eingestellt.
Aus Iserlohn kommend fährt die Hagener 212 284 mit dem N6118 nach Fröndenberg am 13.5.1989 in den Bahnhof Iserlohn Ost ein.
Die Düsseldorfer 143 wurden ausschließlich im S-Bahndienst eingesetzt. Eine Ausnahme bildeten die Regionalbahnen zwischen Hagen und Iserlohn, wo diese Baureihe mit nur einem Doppelstockwagen unterwegs war. Im Bahnhof Letmathe wartet die 143 036 mit der RB 39685 nach Iserlohn auf die Anschlussreisenden aus Hagen. 22.3.2006
Strecke Wennemen - Schmallenberg
Die Strecke Wennemen – Schmallenberg, welche 1998 stillgelegt wurde, war der Rest der einstigen Strecken Finnentrop – Eslohe – Wenholthausen - Wennemen (35 km) und Altenhundem – Schmallenberg – Wenholthausen (41 km). Der Reisezugverkehr wurde hier bereits 1966 eingestellt. Am gleichen Tag kam das Aus für den Gesamtverkehr auf den Streckenabschnitten Schmallenberg – Altenhundem und Serkenrode - Eslohe. Der Güterverkehr auf den verbliebenen Streckenabschnitten wurde zwischen 1984 und 1996 eingestellt und die Gleise bis 2012 abgebaut. Ein Teil der ehemaligen Bahntrasse wird heute als Fahrradweg genutzt.
Der spärliche Güterverkehr auf der Strecke Wennemen – Schmallenberg ließ erahnen, dass dieser keine große Zukunft mehr hat. Mit nur einem Wagen aus Schmallenberg kommend habe ich die 212 023 am 21.7.1987 in Heiminghausen fotografiert.
Großer Bahnhof in Schmallenberg. Am 7.9.1986 fanden auf der Strecke Wennemen - Schmallenberg Sonderfahrten mit 221 107 und 218 138 statt. Da hier bereits 1966 der Reisezugverkehr eingestellt wurde, fanden derartige Sonderzüge bei der Bevölkerung großes Interesse. Am Abend des Tages stand der Sonderzug abfahrbereit zur Rückfahrt nach Dortmund.
Von Schmallenberg aus gab es am 7.9.1986 Pendelfahrten nach Fredeburg. Aus Fredeburg kommend fährt die Hagener 218 138 in Gleidorf ein.
WLE im Sauerland
Die Stammstrecke der Westfälischen Landeseisenbahn (WLE) führt von Münster über Lippstadt nach Warstein in das nördliche Sauerland. In Belecke bestand einst Anschluss an die WLE-Strecke Soest – Brilon Stadt, welche heute nur noch zwischen Belecke und Rüthen existiert. In den Jahren 1958 und 1960 wurde auf der letztgenannten Strecke der Reisezugverkehr abschnittsweise eingestellt. Zwischen Warstein und Lippstatt verkehrte im September 1975 der letzte planmäßige Personenzug.
Aus dem nördlichen Sauerland fährt die WLE Kalkstein für die Zementwerke in Neubeckum. Am 16.7.1986 konnte ich der VL0662 im Bahnhof Warstein beim Rangieren zuschauen.
Auch als „Westfälischer Semmering“ bekannt ist die WLE-Strecke Lippstadt – Warstein. Nahe Uelde hat die VL0637 die Steigung des Haarstranges bereits hinter sich gelassen und rollt nun ohne viel Mühe Richtung Lippstadt. 16.7.1986
Da auf den Strecken der Deutschen Bundesbahn seit 1977 ein Dampfverbot bestand, fanden dampflokbespannte Sonderfahrten ausschließlich auf Privatbahnstrecken statt. Bei typischem Oktoberwetter fährt die 41 360 mit einem Sonderzug nach Warstein in Erwitte ein. 27.10.1985


















































